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Schlote, Schlösser und Magnaten - Adelssitze und Industrie in Oberschlesien - 6 Tage

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Buchungscode:
CDTMTF20+JUL01/2020
Reisetermin:
06.07.2020 - 11.07.2020
Preis:
ab 1295 € pro Person

Noch vor wenigen Jahren galt Oberschlesien, das im 19. Jahrhundert zum zweitgrößten Industrierevier des Deutschen Reiches avancierte, als wenig beachtetes Reiseziel in Polen. Doch mit dem Niedergang der Montanindustrie hat sich diese historisch von vielen Zäsuren geprägte Region zu einem Geheimtipp für Kulturreisende entwickelt. Wie auch Niederschlesien ist auch der östliche Teil des historischen Schlesiens durch eine sehr hohe Dichte an Adelssitzen, verbunden mit zum Teil weitläufigen Parkanlagen, charakterisiert. Insbesondere mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen zunehmenden Wohlstand von Adel und Großbürgertum wurden zahlreiche Schlösser aufwändig umgebaut und vergrößert. Einige dieser befinden sich heute in ausgezeichnetem Zustand, einige werden derzeit restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt. Im Zusammenspiel der Adelssitze mit den zum Teil zu Erlebnismuseen entwickelten ehemaligen Industrieanlagen lassen sich an dieser Vielzahl an Baudenkmalen die wechselhafte Geschichte dieses Brückenlandes zwischen Deutschland und Polen bestens erfahren.

1. Tag: Durch Niederschlesien nach Oberschlesien
Ihre Studienreise beginnt in Berlin. Fahrt durch die Oberlausitz nach Niederschlesien, an Schweidnitz und der niederschlesischen Hauptstadt Breslau vorbei bis in das bereits oberschlesische Zülzhoff. Im dortigen, elegant restauriertem Schlosshotel nehmen Sie das Mittagessen ein. Zu den ersten Höhepunkten der auf der Reise besuchten Residenzen gehört das Schloss der Grafen von Praschma in Falkenberg, das derzeit eine spannende Schlossbaustelle bietet. Zahlreiche jüngst freigelegte bauhistorische Befunden bieten einen beredten Blick in die wechselhafte Geschichte des Adelssitzes. Am Spätnachmittag erreichen Sie Oppeln, die Hauptstadt der heutigen Wojwodschaft Opole. Die Stadt besitzt reizvolles Stadtpanorama mit dem palazzoartigen Rathaus, der doppeltürmigen Kreuzkirche, der Franziskanerkirche mit herzoglicher Grablege und dem Piastenturm des in den 1930er Jahren abgebrochenen Piastenschlosses, der sich in der Oder und im Mühlgraben spiegelt. Nach einem Stadtrundgang und der Besichtigung der wichtigsten Baudenkmäler fahren Sie in das nahegelegene Städtchen Proskau, wo Sie zwei Nächste in dem vor wenigen Jahren neu errichteten Wellness-Hotel Arkas*** logieren werden.

Dienstag, 07.07.2020 - Annaberg, Adels- und Bischofsresidenzen
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten Sie zum "Schicksalsberg“ der Oberschlesier - dem Annaberg, der sich als höchste Erhebung Oberschlesiens 410 Meter aus der Oderebene erhebt. Seit Jahrhunderten von der deutschen und polnischen Bevölkerung als heiliger Berg verehrt, stieg er nach dem 16. Jahrhundert zum bedeutendsten Wallfahrtsort der Region auf. Auf einem Rundgang erfahren Sie die vielfältige Geschichte des nach dem 1. Weltkrieg stark umkämpften Ortes. Das Mittagessen werden wir im Renaissanceschloss von Peterwitz bei Neisse einnehmen. Hier erwartet uns der englische Schlossherr, der uns als Zugabe eine spannende Schlossbaustelle präsentiert, bei der es noch zahlreiche Rätsel zu lösen gilt. Das nahegelegene Städtchen Ottmachau, von dem sich eine imposante Burg-Schlossanlage erlaufen lässt, bietet anschließend einen weiten Blick in das Neisser Stiftsland. Nach Neisse, das "Schlesische Rom“ führt Sie die Reise am Spätnachmittag. Sie erkunden die Geschichte der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Bischofsstadt mit mehreren Kirchen und bemerkenswerten Wiederaufbauprojekten. Abendessen und Übernachtung im hotel Arkas in Proskau.

Mittwoch, 08.07.2020 - Magnatenresidenzen und Gleiwitz
Weiter nach Osten führt Sie der Weg in das architektonisch sehenswerte Städtchen Oberglogau. Nahe des reizvollen Ringes befindet sich die einstige Residenz der Grafen von Oppersdorf. Im darin befindlichen Stadtmuseum wird bis heute die Erinnerung an Ludwig van Beethoven wach gehalten, der 1806 Gast des Grafen war und ihm in Dankbarkeit seine just entstehende Vierte Symphonie widmete. Im exzellent restaurierten Schloss zu Wiegschütz werden Sie das Mittagessen einnehmen. Nur wenige Kilometer sind es von dort nach
Plawniowitz. Sie besichtigen das bis 1945 im Besitz der Magnatenfamilie von Ballestrem befindliche Schloss. Der bestens gepflegte Adelssitz ist heute eine Tagungsstätte des Oppelner Bistums. Am frühen Nachmittag erreichen Sie Gleiwitz, das eines der frühen Zentren der Montanindustrie war, im Innenstadtbereich jedoch nach wie vor seinen historischen Charakter bewahrt hat. Zunächst werden Sie über die wahren Begebenheiten um den fingierten Überfall auf den "Reichssender Gleiwitz“ am 31. August 1939 informiert, der als einer der Auslöser des Zweiten Weltkriegs gilt. Der aus Lärchenholz gebaute Sendeturm, mit 118 Metern das höchste hölzerne Bauwerk der Welt, hat alle Unbilden der Geschichte bis heute überlebt. Nach dem check-in im altstadtnahen Hotel Diament**** sammeln Sie bei einer kurzen Stadtführung erste Eindrücke der 1945 nur gering zerstörten Stadt. Abendessen und Übernachtung in Gleiwitz.

Donnerstag, 09.07.2020 - Schlösser: Von der Ruine zum Bildungszentrum
Heute besichtigen Sie zunächst die nach völliger Verwüstung in der Nachkriegszeit nach 2000 restaurierte Anlage des ehemaligen Zisterzienserklosters Gross Rauden. Nach der Säkularisation 1810 zunächst im Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel, wurde sie mit der Erhebung des nachfolgenden Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst zu Herzögen von Ratibor und Corvey als Familienresidenz ausgebaut. Nach der Besichtigung der Klosterkirche und dem heutigen Bildungszentrum der Diözese Gleiwitz fahren Sie in die Stadt Ratibor, die zeitweise piastischer, später dann auch přemyslidischer Herzogssitz war. Neben der nach 1945 rekonstruierten historischen Altstadt besichtigen Sie auch das architektonische Kleinod der dem hl. Thomas von Canterbury geweihten Schlosskapelle, der "Sainte Chapelle“ Oberschlesiens. Nach dem Mittagessen führt Sie die Reise nach Lubowitz, in das heimatliche Schloss des Dichters und Schriftstellers Joseph Freiherr von Eichendorff. Auch dieses blieb von den Kriegswirren nicht verschont - heute ist es eine gesicherte Ruine. Das daneben errichtete Eichendorff-Bildungszentrum informiert Sie über das Schaffen des Literaten. Am Spätnachmittag sehen Sie zudem zwei eindrucksvolle Schlösser, von denen eines zum Untergang verurteilt scheint, das andere vor Kurzem gerettet wurde und nun als Gemeindezentrum von Polnisch-Neukirch dient. Abendessen und Übernachtung in Gleiwitz.

Freitag, 10.07.2020 - Schloss Pless und eine geteilte Stadt
Der anschließende Ausflug nach Süden bringt Sie in die einstigen Besitzungen der Grafen von Hochberg und Fürsten von Pless. Nach dem Mittagessen in dem kleinen Städtchen Pless besichtigen Sie deren großartige Residenz, die als einzige im gesamten Schlesien weitestgehend ihre Originalausstattung erhalten hat. Nach einem kurzen Spaziergang durch den großen Schlosspark setzen Sie die Reise fort nach Teschen, das als zwischen Polen und Tschechien geteilte Stadt einen sehr speziellen Charakter aufweist. Nach einem Stadtrundgang besuchen Sie die evangelische Gnadenkirche, eines der wichtigsten Zentren der polnischen evangelisch-lutherischen Minderheit. Am frühen Abend erreichen Sie wieder Gleiwitz. Individuelles Abendessen und Übernachtung dort.

Samstag, 11.07.2020 - Unternehmerresidenzen und Rückfahrt nach Berlin
Den Vormittag verbringen Sie zunächst noch in Gleiwitz. Zunächst besichtigen Sie die repräsentative Villa des Unternehmers Oskar Caro. Das darin befindliche Stadtmuseum bietet interessante Einblicke in die Industriegeschichte der Stadt. Gegen Mittag schon auf der Rückreise in Richtung Berlin, besichtigen Sie einen letzten Höhepunkt der oberschlesischen Magnatenschlösser - die ursprünglich barocke, Ende des 19. Jahrhunderts historistisch stark erweiterte Schlossanlage des Kohle-Magnaten Hubert von Tiele-Winckler in Moschen. Die pittoreske Adelsresidenz, die inzwischen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Oberschlesien zählt, besichtigen Sie mit einer Führung. Nach einem Spaziergang durch den umgebenden Landschaftspark treten Sie am Nachmittag die Rückreise nach Berlin an.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus gehobener Klasse zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Arne Franke M.A.
  • Zweite Reisebegleitung deutsch-polnisch
  • 2 x Übernachtung mit Halbpension im 3*-Hotel Arkas in Proskau
  • 3 x Übernachtung mit Halbpension im 4*-Hotel Diament Plaza Gleiwitz
  • 6x Mittagessen (Tellergericht) in ausgewählten Restaurants
  • Stadtführungen / Stadtrundgänge: Gleiwitz, Oppeln, Oberglogau, Neisse, Ratibor
  • Besichtigungen und Eintritte: Schloss Falkenberg, St. Annaberg, Schloss Peterwitz bei Neisse, Pfarrkirche Ottmachau, Jakobskirche Neisse, Schloss Oberglogau, Schloss Plawniowitz, Rundfunksender Gleiwitz, Schloss und Kloster Groß Rauden, Schloss Ratibor, Schlossruine Lubowitz, Schloss und Park Pless, Gnadenkirche Pless, Villa Caro, Schloss Moschen
  • Orts-/ Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen

Schlote, Schlösser und Magnaten - Adelssitze und Industrie in Oberschlesien

Details
  • Doppelzimmer
    1295 €
  • Einzelzimmer
    1420 €

Abfahrtsorte

  • z.B. Berlin - Berlin - Bahnhof Südkreuz
    0 €

Schlote, Schlösser und Magnaten - Adelssitze und Industrie in Oberschlesien

Hotel Arkas
Hotel Diament Plaza Gliwice

Der aus Dieburg (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

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