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Schlote, Schlösser und Magnaten - Adelssitze und Industrie in Oberschlesien - 7 Tage

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Buchungscode:
CDTMTF2022+OKT01/2022
Reisetermin:
04.10.2022 - 10.10.2022
Preis:
ab 1599 € pro Person

Noch vor wenigen Jahren galt Oberschlesien, das im 19. Jahrhundert zum zweitgrößten Industrierevier des Deutschen Reiches avancierte, als wenig beachtetes Reiseziel in Polen. Doch mit dem Niedergang der Montanindustrie hat sich diese historisch von vielen Zäsuren geprägte Region zu einem Geheimtipp für Kulturreisende entwickelt. Wie auch Niederschlesien ist auch der östliche Teil des historischen Schlesiens durch eine sehr hohe Dichte an Adelssitzen, verbunden mit zum Teil weitläufigen Parkanlagen, charakterisiert. Insbesondere mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen zunehmenden Wohlstand von Adel und Großbürgertum wurden zahlreiche Schlösser aufwändig umgebaut und vergrößert. Einige dieser befinden sich heute in ausgezeichnetem Zustand, einige werden derzeit restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt. Im Zusammenspiel der Adelssitze mit den zum Teil zu Erlebnismuseen entwickelten ehemaligen Industrieanlagen lassen sich an dieser Vielzahl an Baudenkmalen die wechselhafte Geschichte dieses Brückenlandes zwischen Deutschland und Polen bestens erfahren.

1. Tag - Dienstag, 04.10.2022 - Durch Niederschlesien nach Oberschlesien
Ihre Studienreise beginnt in Berlin. Zunächst geht es durch Niederschlesien in das oberschlesische Schlosshotel Zülzhoff. Nach einer Besichtigung der Anlage und dem Mittagessen Weiterfahrt zum Schloss der Grafen von Praschma in Falkenberg, das derzeit eine spannende Baustelle mit zahlreichen jüngst freigelegten bauhistorischen Befunden bietet. Am Spätnachmittag erreichen Sie die Woiwodschaftshauptstadt Oppeln mit einem schönen Stadtpanorama, das sich in der Oder und im Mühlgraben spiegelt. Auf dem Stadtspaziergang erleben Sie die wichtigsten Baudenkmäler, darunter das palazzoartige Rathaus, die doppeltürmige Kreuzkirche, die Franziskanerkirche mit herzoglicher Grablege und die Reste des einstigen Piastenschlosses. Die kommenden beiden Nächte werden Sie im altstadtnahen Hotel DeSilva Premium**** logieren.

2. Tag - Mittwoch, 05.10.2022 - Annaberg, Adels- und Bischofsresidenzen
Nach dem Frühstück starten Sie zum "Schicksalsberg“ der Oberschlesier - dem sich 410 Meter aus der Oderebene erhebenden St. Annaberg. Seit Jahrhunderten als heiliger Berg verehrt, wurde er nach dem 16. Jahrhundert zum bedeutendsten Wallfahrtsort der Region. Zahlreiche historische Spuren dokumentieren hier die wechselvolle Geschichte des 1920 zwischen Deutschen und Polen stark umkämpften Ortes. Zum Mittagessen sind Sie im Renaissanceschloss von Peterwitz bei Neisse zu Gast eines englischen Schlossherrn, der Ihnen eine spannende Schlossbaustelle präsentiert. Das nahegelegene Städtchen Ottmachau, von dem aus sich eine imposante Burg-Schlossanlage erlaufen lässt, bietet anschließend einen weiten Blick in das Stiftsland der Stadt Neisse. Die einst als "Schlesisches Rom“ bezeichnete und im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte Bischofsstadt besitzt einige bemerkenswerte Wiederaufbauprojekte. Abendessen und Übernachtung im Hotel DeSilva Premium****.

3. Tag - Donnerstag, 06.10.2022 - Magnatenresidenzen und Gleiwitz
Weiter nach Osten führt Sie der Weg in das gut erhaltene Städtchen Oberglogau mit der in Renovierung befindlichen Residenz des Grafen Franz von Oppersdorf. Hier wird in einem Museum die Erinnerung an Ludwig van Beethoven wach gehalten, der 1806 Gast des Grafen war und ihm seine just entstehende Vierte Symphonie widmete. Das Mittagessen nehmen Sie im exzellent restaurierten Schloss zu Wiegschütz ein. Nur wenige Kilometer entfernt steht die regionaltypische Schrotholzkirche von Rudzinitz mit gut erhaltenen Wandmalereien. Am Nachmittag erreichen Sie Gleiwitz, das eines der frühen Zentren der Montanindustrie war. Auf einem Rundgang durch die 1945 nur gering zerstörte Altstadt erfahren Sie auch die Begebenheiten um den fingierten Überfall auf den "Sender Gleiwitz“ am 31. August 1939, der als einer der Auslöser des Zweiten Weltkriegs gilt. Der aus Lärchenholz gebaute Sendeturm, mit 118 Metern das höchste hölzerne Bauwerk der Welt, hat alle Unbilden der Geschichte bis heute überlebt. Im altstadtnahen Hotel Diament**** logieren Sie die weiteren Reisetage.

4. Tag - Freitag, 07.10.2022 - Schlösser: Von der Ruine zum Bildungszentrum
Heute besichtigen Sie Schloss Plawniowitz, das bis 1945 im Besitz der Magnatenfamilie von Ballestrem war und nach aufwändiger Restaurierung als Tagungsstätte des Oppelner Bistums dient. Von dort sind es wenige Kilometer zu der nach 2000 restaurierten Anlage des ehemaligen Zisterzienserklosters Gross Rauden. Nach der Säkularisation 1810 wurde dieses mit der Erhebung des Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst zu Herzögen von Ratibor und Corvey als Familienresidenz ausgebaut. Danach fahren Sie in die Stadt Ratibor, die zeitweise piastischer, später dann auch přemyslidischer Herzogssitz war. Das architektonische Kleinod der schon im 19. Jahrhundert aufgelassenen Residenz ist die Schlosskapelle, die "Sainte Chapelle“ Oberschlesiens. Nach dem Mittagessen führt Sie die Reise zur Schlossruine von Lubowitz, einst Heimstatt des Dichters und Schriftstellers Joseph Freiherr von Eichendorff. Dort können Sie sich über das Schaffen des Literaten informieren lassen. An weiteren, noch immer eindrucksvollen Schlossruinen vorbei, erreichen sie am Abend wieder Gleiwitz.

5. Tag - Samstag, 08.10.2022 - Spuren der Industriemagnaten
Zunächst besuchen wir Schloss Brynnek, bis 1945 Sitz der Grafen Henckel von Donnersmarck, das heute als Forstschule genutzt wird. Über die Geschichte der Familie informiert sie eine detailreiche Ausstellung in deren einstigem Jagdsitz in Naklo, bevor wir die Parkanlage der eigentlichen Familienresidenz in Neudeck erkunden. Zwar ist das Schloss, einst als "Versailles Schlesiens“ bezeichnet, verschwunden, aber es blieben zumindest die schönen Schlossterrassen und das respektable Kavaliershaus erhalten. Nach dem Mittagessen besuchen Sie das spektakuläre Schlesische Museum, das in einer aufgegebenen Kohlegrube am Rand der oberschlesischen Metropole Kattowitz eingerichtet wurde. Nahebei liegt eine typische Industriearbeitersiedlung Nikischschacht, die sich aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes auf der Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe befindet. Von Kattowitz sind es dann nur noch wenige Kilometer zurück nach Gleiwitz.

6. Tag - Sonntag, 09.10.2022 - Schloss Pless und eine geteilte Stadt
An diesem Tag bringt Sie ein Ausflug nach Süden in das Städtchen Pless mit der Residenz der Grafen von Hochberg und Fürsten von Pless. Das barocke, im 19. Jahrhundert erweiterte Schloss besitzt als einziges im gesamten Schlesien weitestgehend seine Originalausstattung. Nach einem Parkspaziergang setzen Sie die Reise fort in die zwischen Polen und Tschechien geteilte Stadt Teschen. Dort erleben Sie eine reizvolle Altstadt und besuchen die evangelische Gnadenkirche als eines der wichtigsten geistlichen Zentren der evangelisch-lutherischen Minderheit in Polen. Am frühen Abend erreichen Sie wieder Gleiwitz.

7. Tag - Montag, 10.10.2022 - Unternehmerresidenzen und Rückfahrt nach Berlin
Vormittags besichtigen Sie in Gleiwitz die repräsentative Villa des Unternehmers Oskar Caro, die interessante Einblicke in die Industriegeschichte der Stadt bietet. Auf der Rückreise in Richtung Berlin besuchen Sie einen letzten Höhepunkt der oberschlesischen Magnatenschlösser - die ursprünglich barocke, Ende des 19. Jahrhunderts historistisch stark erweiterte Schlossanlage des Kohle-Magnaten Hubert von Tiele-Winckler in Moschen. Die pittoreske Adelsresidenz zählt inzwischen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Oberschlesien. Nach einem Spaziergang durch den Landschaftspark treten Sie am Nachmittag die Rückreise nach Berlin an.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus gehobener Klasse zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Arne Franke M.A.
  • Zweite Reisebegleitung deutsch-polnisch
  • 2 x Übernachtung mit Halbpension im 4*-Hotel DeSilva Premium
  • 4 x Übernachtung mit Halbpension im 4*-Hotel Diament Plaza Gleiwitz
  • 7x Mittagessen (Tellergericht) in ausgewählten Restaurants
  • Stadtführungen / Stadtrundgänge: Gleiwitz, Oppeln, Oberglogau, Neisse, Ratibor
  • Besichtigungen und Eintritte: Schloss Falkenberg, St. Annaberg, Schloss Peterwitz bei Neisse, Pfarrkirche Ottmachau, Jakobskirche Neisse, Schloss Oberglogau, Schloss Plawniowitz, Rundfunksender Gleiwitz, Schloss und Kloster Groß Rauden, Schloss Ratibor, Schlossruine Lubowitz, Schloss und Park Pless, Gnadenkirche Pless, Villa Caro, Schloss Moschen
  • Orts-/ Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen

Schlote, Schlösser und Magnaten - Adelssitze und Industrie in Oberschlesien

Details
  • Doppelzimmer
    1599 €
  • Einzelzimmer
    1764 €

Abfahrtsorte

  • z.B. Berlin - Berlin - Bahnhof Südkreuz
    0 €

Schlote, Schlösser und Magnaten - Adelssitze und Industrie in Oberschlesien

Hotel Diament Plaza Gliwice
Hotel Premium DeSilva

Der aus Dieburg (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

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