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Schlesisches Schlössererwachen - Restaurierungsprojekte zwischen Oder und Glatzer Neiße - 5 Tage

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Buchungscode:
CDTMTF20+MAI01/2020
Reisetermin:
11.05.2020 - 15.05.2020
Preis:
ab 1289 € pro Person

Schlesien zählt als Brückenland zwischen West und Ost zu einer der historisch interessantesten Regionen Mitteleuropas, deren Ausdruck auch die Fülle erhaltener Baudenkmäler ist, die unter polnisch-piastischer, böhmischer, habsburgischer, dann preußischer und bis 1945 deutscher Herrschaft entstanden.
Mit mehr als 3.000 Schlössern und Herrenhäusern weist das Oderland zudem die größte Dichte an Adelssitzen in Europa auf. Diese sind heute - infolge des Zweiten Weltkriegs, der Vertreibung der deutschen Bevölkerung und den darauffolgenden Jahren des Sozialismus zumeist in beklagenswertem Zustand, doch werden einige dieser gerade auch in jüngster Zeit restauriert und neuen Nutzungen zugeführt. Überregional bekannt sind mittlerweile die Schlösser des Hirschberger Tals, die diese Studienreise aber bewusst ausspart, da in den letzten fünf Jahren auch im restlichen Schlesien etliche spannende Restaurierungsprojekte begonnen wurden. Einer der vielleicht besten Kenner der schlesischen Schlösserlandschaft, der Architekturhistoriker und Buchautor Arne Franke wird Ihnen auf dieser Reise einen spannenden Einblick in die Revitalisierung einer faszinierenden Kulturlandschaft und in die wechselvolle Geschichte des Landes zwischen Oder und Glatzer Neisse bieten. Neben den Adelssitzen stehen auch ausgewählte Sakralbauten im Fokus dieser Reise. Sie reflektieren die schwierige Religionsgeschichte des Landes bis in das 18. Jahrhundert. So erkunden Sie neben der Schlosskapelle von Carolath und der unter UNESCO-Schutz stehenden Friedenskirche von Jauer auch die Carl Gotthard Langhans zugeschriebene, durch eine polnische Stiftung jüngst gerettete Kirche von Giersdorf.
Persönliche Begegnungen mit den jeweiligen Schlosseigentümern und Vertretern der Denkmalinitiativen zur Rettung des deutsch-polnischen Kulturerbes runden das vielfältige Programm ab.

1. Tag: Ins mittlere Schlesien
Ihre Studienreise beginnt in Berlin. Über die Autobahn Richtung Breslau/Krakau geht es ins südliche Niederschlesien, wo Sie zunächst das restaurierte Schloss Muhrau bei Striegau besichtigen werden. Hier wirkt Frau Melitta Sallai, die als Tochter des letzten deutschen Schlossherren Hans-Christoph von Wietersheim-Kramsta auf dem Schloss geboren wurde - und nach 1990 hierher zurückkehrte. Um den Adelssitz vor dem Verfall zu retten und zur deutsch-polnischen Versöhnung beizutragen, eröffnete sie hier einen Kindergarten und ein Bildungszentrum, deren Eigentümer die gemeinnützige St. Hedwig-Stiftung ist. Als eine der Zeitzeuginnen der Kriegszeit wird sie über ihr bewegtes Leben, aber auch über ihre neue Aufgabe berichten. Nach einem üppigen Mittagessen führt die Reise ins Waldenburger Bergland zu einer der bedeutendsten Residenzen Schlesiens. Hoch über dem Tal des Flüsschens Polsnitz erhebt sich die Schlossanlage Fürstenstein/Książ, deren Ursprünge als wehrhafte Burg bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Im 16. und 18. Jahrhundert zu einer Schlossanlage umgebaut, erlangte sie durch eine großzügige Erweiterung zu Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich ihr heutiges Erscheinungsbild. Unter der aus dem englischen Hochadel stammenden Fürstin Daisy von Hochberg-Pless avancierte die Anlage zu einer der mondänsten Residenzen Deutschlands. Nach 1939 durch den nationalsozialistischen Staat konfisziert, wurde der Adelssitz unter weitgehender Zerstörung der historischen Ausstattung zum "Gästehaus Waldwiese“ mit bis heute ungeklärter Nutzung umgebaut. Heute erstrahlt die Anlage nach umfangreichen Rekonstruktions- und Restaurierungsarbeiten wieder in neuem Glanz. Von hier sind es nur wenige Kilometer in die einst für ihre Textilproduktion bekannte Stadt Langenbielau, wo Sie für zwei Nächte in einer restaurierten Fabrikantenvilla, dem Hotel Dębowy logieren werden. Nach dem check-in gemeinsames Abendessen.

2. Tag: Schinkels letztes Werk und Glatzer Schlossprojekte
Der zweite Reisetag führt Sie in die Grafschaft Glatz - zuvor jedoch besichtigen Sie das letzte Bauwerk des genialen Architekten Karl Friedrich Schinkel, Schloss Kamenz. Dessen Gründung geht auf eine bereits 996 errichtete böhmische Burg an der Glatzer Neiße zurück. Später entstand hier eines der großen Zisterzienserklöster Schlesiens, von nach der Säkularisation 1810 und einer Brandkatastrophe wenige Jahre später nur noch die Klosterkirche und ein Teil der einstigen Klausur erhalten blieb. Ab den 1830er Jahren wurde auf dem nahegelegenen Harthaberg eine beeindruckende neogotische Schlossanlage für preußische Prinzenpaar Marianne und Albrecht errichtet. Dieses letzte Werk des genialen Architekten Karl Friedrich Schinkel wurde 1945 bis auf die Außenmauern zerstört, aber bereits ab den 1980er Jahren durch einen Privatmann gesichert. Inzwischen hat die kleine Gemeinde Kamenz/Kamieniec Ząbkowicki die Gesamtanlage übernommen und mit umfangreichen Renovierungsarbeiten begonnen. Im Glatzer Talkessel - einst als Gesundbrunnen Deutschlands tituliert - gibt es eine große Anzahl an Adelssitzen, von denen bislang nur wenige restauriert werden. Aber die Region ist inzwischen im Aufbruch; zwei der markantesten Restaurierungsprojekte werden Sie an diesem Tag erkunden. Um das eindrucksvoll gelegene Schloss Scharfeneck hatte sich bereits vor einigen Jahren der britische Thronfolger Prinz Charles intensiv bemüht, es aber letztlich doch nicht erworben. Vor sechs Jahren erwarb es schließlich eine polnische Eigentümergemeinschaft, der es inzwischen gelungen ist, die akut gefährdete Bausubstanz des Renaissanceschlosses zu retten - nun beginnt die eigentliche Restaurierung der Innenräume. Diese ist bei dem imposanten, aber bereits vor vielen Jahren gänzlich aufgegebenen manieristischen Schloss Grafenort unter seinem neuen Eigentümer schon weit fortgeschritten. Vom Glanz des Schlosses war wenig geblieben, nachdem die Anlage nach 1945 nicht mehr genutzt wurde und fast zur völligen Ruine zerfiel. Inzwischen hat der neue enthusiastische Eigentümer, der Sie persönlich über den nun zügig vorangehenden Wiederaufbau informieren wird, nicht nur die gesamte Sicherung der mehrhöfigen Schlossanlage geschafft, sondern auch bereits viele Innenräume restauriert. Prunkstück ist dabei das nun weitgehend wiederhergestellte Schlosstheater, das die Grafen Herberstein eingerichtet hatten und in dem der später berühmt gewordene Schriftsteller und Impressario Karl von Holtei 1816 erstmals die Bretter einer Bühne betrat. Nach einer Gesprächsrunde mit dem Eigentümer am offenen Kamin Rückfahrt ins Hotel, Abendessen und Übernachtung.

3. Tag: Geheimnisse des Waldenburger Berglands
Nach dem Frühstück fahren Sie zunächst in das Schloss Tannhausen, das während des Zweiten Weltkrieges Hauptquartier der berüchtigten "Organisation Todt“ war. Für diese legten Zwangsarbeitern im Eulengebirge das geheimnisumwitterte "Projekt Riese“ an - ein unterirdisches Stollensystem für die aus Westdeutschland ausgelagerte Rüstungsproduktion. Das inzwischen weitgehend restaurierte neoklassizistische Schloss birgt u. a. eine sehenswerte Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses. Mittags erreichen Sie Schloss Adelsbach, das sich aus einem spätmittelalterlichen Wohnturm zu einem stattlichen Adelssitz des Barock entwickelt hat. Während der jüngsten Restaurierungsmaßnahmen wurde einer der umfangreichsten Wandmalereizyklen der Renaissance in Schlesien freigelegt. Nach dem Mittagessen in der Remise des Schlosses besuchen Sie das jüngst begonnene Restaurierungsprojekt der barocken Vierflügelanlage von Schloss Rohnstock, die bis 1945 Residenz eines Familienzweiges der Grafen von Hochberg war. Bis in die 1990er Jahre als Kinderferienheim genutzt, ging es seither - ohne grundlegende Erhaltungsmaßnahmen - durch mehrere Hände. Nun haben neue Eigentümer endlich mit der Instandsetzung begonnen. Am Nachmittag besichtigen Sie zudem die seit 2001 UNESCO-geschützte Friedenskirche in Jauer, eine der drei nach 1648 errichteten Fachwerkkirchen, die vom Überlebenswillen der evangelisch-lutherischen Konfession im österreichisch-habsburgischen Schlesien zeugt. Nur aus vergänglichen Materialien wie Holz, Stroh und Sand errichtet und äußerlich schmucklos, entfaltet das Gotteshaus im Innern eine für protestantische Kirchen ungewöhnliche Pracht, die nur durch die Unterdrückung des Glaubens und den Wunsch nach Schaffung eines Gegenpols zum Katholizismus zu erklären ist. Der eindrucksvolle Bau konnte im Kirchenschiff und auf den vier übereinanderliegenden Emporen mehr als 6.000 Gläubige aufnehmen. Abends erreichen Sie schließlich das Hotel Schloss Braunau, einen restaurierten Adelssitz mit kleinem Landschaftspark in der Nähe von Löwenberg. Nach dem check-in und etwas Freizeit gemeinsames Abendessen im Speisesalon.

4. Tag: Erkundungen im "Lebuser Land“
Nach dem Frühstück führt sie der Weg zu einem der bemerkenswertesten Rettungsprojekte in der Region - zu der möglicherweise von Carl Gotthard Langhans, dem Erbauer des Brandenburger Tores errichteten Pfarrkirche von Giersdorf bei Bunzlau. Eine junge Stiftung hat das ruinöse Gebäude bereits wieder "unter Dach“ gebracht und nutzt es bereits für öffentliche Veranstaltungen. Anschließend geht es in die "Ziemia Lubuska“, das nach 1945 als "Lebuser Land“ bezeichnete nördliche Schlesien. Nach dem Mittagessen und der Besichtigung des sorgsam restaurierten Renaissanceschlösschens von Klein-Tschirne mit außergewöhnlicher Ausstattung gelangen Sie nach Carolath. Das hoch über dem Oderufer liegende Renaissanceschloss, das zu den größten Anlagen in Schlesien zählte, war bis 1945 Residenz der Familie Schönaich-Carolath und wurde zu Ende des Zweiten Weltkriegs stark zerstört. Die große, teilrestaurierte Schlossruine von nach wie vor großer Strahlkraft birgt eine fast unversehrt erhaltene Schlosskapelle als Kleinod renaissancezeitlicher Architektur. Wenige Kilometer entfernt befindet sich Schloss Boyadel, das - seit Jahren leerstehend und im Inneren verwüstet - nun durch ein junges polnisches Ehepaar gerettet wird. Sie treffen die Eigentümer, die Ihnen über Ihre Visionen ausführlich berichten werden. Am Spätnachmittag Rückreise ins Schlosshotel von Braunau, Abendessen und Übernachtung.

5. Tag: Refugium im Bober-Katzbach-Gebirge
Das vorletzte Besichtigungsziel ist das kleine Städtchen Lähn/Wleń, das eine imposante, aber hinter Bäumen versteckte Burgruine überragt. Auf der mittleren Geländestufe des Burgberges steht eine weitläufige barocke Schlossanlage von Lehnhaus/Lenno Zamek, die bis Kriegsende der Familie von Haugwitz gehörte. Nach 1945 unterschiedlichen Funktionen unterworfen, wurde der Umbau des Schlosses in ein Haus mit Sozialwohnungen durch die politische Wende unterbrochen. Seit mehr als 15 Jahren engagiert sich der heutige flämische Eigentümer, der Sie persönlich durch sein Anwesen führen wird, für die Revitalisierung der Anlage. Neben wertvoller historischer Gebäudesubstanz und einem spektakulären Ausblick auf das Riesengebirge erwartet Sie zudem ein leckeres Mittagessen aus biodynamischem Anbau. Am Nachmittag geht es weiter durch die stille Mittelgebirgslandschaft und die Görlitzer Heide zur deutsch-polnischen Grenze. Nahebei besichtigen Sie abschließend ein bemerkenswertes Restaurierungsprojekt - die Schlossanlage von Oberneundorf, die nicht nur eine der besterhaltene Sgraffitofassaden bietet, sondern auch ein innovatives Nutzungskonzept, das in den kommenden Jahren realisiert werden soll. Danach treten Sie mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an. Zuhause angekommen werden Sie viel zu berichten haben.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Arne Franke M.A.
  • Zweite Reisebegleitung deutsch-polnisch
  • 2 Übernachtungen im 3*-Hotel Debowy in Langenbielau mit Frühstück
  • 2 Übernachtungen im Schlosshootel Braunau mit Frühstück
  • 4x Abendessen (3-Gang-Menü) und 5x Mittagessen (Tellergericht) in Schlossrestaurants
  • Besichtigungen inkl. Eintritte: Schloss und Kindergarten Muhrau, Schloss Fürstentein, Schloss und Park Kamenz, Schloss Scharfeneck, Schloss Grafenort, Schloss Tannhausen, Schloss Adelsbach, Schloss Rohnstock, Friedenskirche Jauer, Kirche Giersdorf, Schloss Klein Tschirne, Schloss Carolath, Schloss Boyadel, Schlossund Burganlage Lehnhaus, Schloss Oberneundorf
  • Orts-/Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen.

Schlesisches Schlössererwachen - Restaurierungsprojekte zwischen Oder und Glatzer Neiße

Details
  • Doppelzimmer
    1289 €
  • Einzelzimmer
    1414 €

Abfahrtsorte

  • z.B. Berlin - Berlin - Bahnhof Südkreuz
    0 €

Schlesisches Schlössererwachen - Restaurierungsprojekte zwischen Oder und Glatzer Neiße

Hotel Debowy
Schlosshotel Braunau

Der aus Dieburg (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

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