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Reise ins östliche Oberschlesien - 7 Tage

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Buchungscode:
CDTMTF21+OKT01/2021
Reisetermin:
03.10.2021 - 09.10.2021
Preis:
ab 1345 € pro Person

Noch vor wenigen Jahren galt Oberschlesien, das im 19. Jahrhundert zum zweitgrößten Industrierevier des Deutschen Reiches avancierte, als wenig beachtetes Reiseziel in Polen. Doch mit dem Niedergang der Montanindustrie hat sich diese von vielen Zäsuren geprägte Region zu einem Geheimtipp für Kulturreisende entwickelt. Wie in Niederschlesien, ist auch diese Kulturlandschaft durch eine hohe Dichte an Adelssitzen und Parkanlagen charakterisiert. Einige dieser befinden sich heute in ausgezeichnetem Zustand, einige werden derzeit restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt. Im Zusammenspiel der Adelssitze mit den zum Teil zu Erlebnismuseen entwickelten ehemaligen Industrieanlagen lassen sich an dieser Vielzahl an Baudenkmalen die wechselhafte Geschichte dieses Brückenlandes zwischen Deutschland und Polen bestens erfahren.

Die Studienreise konzentriert sich u. a. auch auf Ostoberschlesien, das mit dem größten Teil des Industriereviers mit Lublinitz/Lubliniec, Tarnowitz/Tarnowskie Góry und Königshütte/Chorzów nach der Volksabstimmung 1921 an Polen abgetreten wurde - was sich in diesem Jahr zum hundertsten Mal jährt und eines der Themen Ihrer Reise sein wird. Im deutschen Teil Oberschlesiens verblieben die Industriestädte Beuthen/ Bytom, das 1915 in Hindenburg umbenannte Zabrze sowie Gleiwitz/Gliwice, das durch den fingierten Überfall auf den Reichssender 1939 den Nationalsozialisten zur Rechtfertigung für den Angriff auf Polen dienen sollte.

Sonntag, 03.10.2021: Durch Niederschlesien nach Oberschlesien
Ihre Studienreise beginnt in Berlin. Zunächst geht es durch Niederschlesien, an Breslau vorbei in die ehemalige Residenzstadt Brieg. Sie besichtigen das Stadtschloss, der einstige Regierungssitz der Piastenherzöge von Liegnitz-Brieg. Als eines der formvollendendetsten Renaissanceschlösser Schlesiens durch oberitalienische Künstler geschaffen, wurde das Schloss mit der architektonischen Verwandtschaft zum Schloss der polnischen Könige in Krakau gerne als "schlesischer Wawel“ tituliert. Anschließend besuchen Sie den "Schicksalsberg“ der Oberschlesier - den sich 410 Meter aus der Oderebene erhebenden Annaberg. Seit Jahrhunderten als heiliger Berg verehrt, wurde er nach dem 16. Jahrhundert zum bedeutendsten Wallfahrtsort der Region. Zahlreiche historische Spuren dokumentieren hier die vielfältige Geschichte des nach dem 1. Weltkrieg stark umkämpften Ortes.
Am späten Nachmittag erreichen Sie Gleiwitz, das eines der frühen Zentren der Montanindustrie war. Im altstadtnahen 4*Hotel Diament Plaza logieren Sie die nächsten Reisetage.

Montag, 04.10.2021: Gleiwitz und Schloss Plawniowitz
Nach einem opulenten Frühstücksbuffet beginnen Sie die Besichtigung der Stadt Gleiwitz. Nach dem Besuch der repräsentativen Villa des Unternehmers Oskar Caro, die interessante Einblicke in die Industriegeschichte der Stadt bietet, erfahren Sie nach einem Rundgang durch die 1945 nur gering zerstörte Altstadt die Begebenheiten um den fingierten Überfall auf den "Reichssender Gleiwitz“ am 31. August 1939, der als einer der Auslöser des Zweiten Weltkriegs gilt. Der aus Lärchenholz gebaute Sendeturm, mit 118 Metern das höchste hölzerne Bauwerk der Welt, hat alle Unbilden der Geschichte bis heute überlebt. Dies betrifft auch die Erzengel-Michaels-Kirche von Rudzinitz, die als Schrotholzkirche Mitte des 17. Jahrhunderts entstand und über reiche barocke Wandmalereien verfügt. Von dort sind es wenige Kilometer zum neorenaissancezeitlichen Schloss Plawniowitz. Die denkmalpflegerisch sehr anspruchsvoll restaurierte Anlage, die bis 1945 im Besitz der Magnatenfamilie von Ballestrem war, dient heute als Tagungsstätte des Oppelner Bistums. Am Spätnachmittag Rückkehr nach Gleiwitz.

Dienstag, 05.10.2021: Ratibor und Eichendorff
Heute erkunden Sie zunächst die nach 2000 restaurierte Anlage des ehemaligen Zisterzienserklosters Gross Rauden. Nach der Säkularisation 1810 wurde dieses mit der Erhebung des Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst zu Herzögen von Ratibor und Corvey als Familienresidenz ausgebaut. In Ratibor, das zeitweise piastischer, später dann auch přemyslidischer Herzogssitz war, besichtigen Sie neben der nach 1945 rekonstruierten Altstadt das architektonische Kleinod der Schlosskapelle, der "Sainte Chapelle“ Oberschlesiens. Nach dem Mittagessen führt Sie die Reise zur Schlossruine von Lubowitz, einst Heimstatt des Dichters und Schriftstellers Joseph Freiherr von Eichendorff. Dort können Sie sich über das Schaffen des Literaten informieren lassen. Am Spätnachmittag sehen Sie zudem noch den beachtlichen Wiederaufbau der Schlossruine von Gross Neukirch, die derzeit zum Gemeindezentrum ausgebaut wird. Abendessen in der Altstadt von Gleiwitz und Übernachtung im Hotel Diament.

Mittwoch, 06.10.2021: Schloss Pless und eine geteilte Stadt
An diesem Tag bringt Sie ein Ausflug nach Süden in die zwischen Polen und Tschechien geteilte Stadt Teschen. Dort besuchen Sie u. a. die evangelische Gnadenkirche als eines der wichtigsten Zentren der polnischen evangelisch-lutherischen Minderheit. Anschließend fahren Sie in das Städtchen Pless mit der Residenz der Grafen von Hochberg und Fürsten von Pless. Das barocke, im 19. Jahrhundert erweiterte Schloss besitzt als einziges im gesamten Schlesien weitestgehend seine Originalausstattung. Ein Parkspaziergang beschließt den Nachmittag. Am frühen Abend erreichen Sie wieder Gleiwitz. Abendessen und Übernachtung im Hotel Diament in Gleiwitz.

Donnerstag, 07.10.2021: Magnatenschlösser (I)
Zunächst besuchen Sie Schloss Brynnek, das die Grafen Henckel von Donnersmarck Anfang des 20. Jahrhunderts errichten ließen. Heute wird der stattliche Adelssitz als Forstschule genutzt. Auf den Spuren der Magnatenfamilie, die zu den wohlhabendsten im Deutschen Reich zählte, erreichen Sie anschließend Neudeck, dessen großartige Residenz, das einstige "Versailles Schlesiens“, in den 1960er Jahren nach Kriegszerstörung abgebrochen wurde. Erhalten blieb ein weitläufiger Park und das respektable Kavaliershaus. Das Mittagessen nehmen sie in Königshütte ein, wo neben einem landestypischen Gericht ein Denkmal mit höchst bemerkenswerter Geschichte auf Sie wartet. Der Nachmittag ist der Industriemetropole Kattowitz gewidmet, wo Sie im Schlesischen Museum die Geschichte des Landes und seiner Industrialisierung vertiefen können. Nahebei liegt eine typische Industriearbeitersiedlung Nikischschacht, die sich aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes bereits auf der Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe befindet. Am Abend erreichen Sie die Wojwodschaftshauptstadt Oppeln mit einem reizvollen Stadtpanorama, das sich in der Oder und im Mühlgraben spiegelt. Nach dem Check-in im innenstadtnahen 4*-Hotel DeSilva Premium Opole unternehmen Sie noch einen kurzen Rundgang durch die historische Altstadt. Abendessen und Übernachtung im Hotel.

Freitag, 08.10.2021: Magnatenschlösser (II)
Von Oppeln geht es zunächst zum Schloss Falkenberg, das bis 1945 den Grafen von Praschma gehörte. Das Renaissanceschloss ist seit wenigen Jahren in der Hand einer polnischen Eigentümerfamilie, die nach vielen Jahren der Verwahrlosung bereits umfangreiche Renovierungsmaßnahmen eingeleitet hat. Die Schlossbaustelle bietet eindrucksvolle Einblicke in die Baugeschichte, die vom Mittelalter bis in die Neuzeit reicht. Ein weiterer Höhepunkt oberschlesischer Magnatenschlösser stellt die ursprünglich barocke, Ende des 19. Jahrhunderts historistisch stark erweiterte Schlossanlage des Kohle-Magnaten Hubert von Tiele-Winckler in Moschen dar. Die pittoreske Adelsresidenz zählt inzwischen zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Oberschlesien. Nach der Besichtigung und dem Mittagessen sowie einem kurzen Spaziergang durch den weitläufigen Landschaftspark fahren Sie in das reizvolle Städtchen Oberglogau mit der in Renovierung befindlichen Residenz der Grafen von Oppersdorf. Hier wird in einem Museum die Erinnerung an Ludwig van Beethoven gepflegt, der 1806 Gast des Grafen war und ihm seine just entstehende Vierte Symphonie widmete. Ein festliches Abendessen im exzellent restaurierten neugotischen Schloss zu Wiegschütz beschließt diesen Reisetag. Übernachtung im Hotel in Oppeln.

Samstag, 09.10.2021: Oberschlesische Hauptstadt Oppeln und Rückfahrt nach Berlin
Vormittags erkunden Sie ausführlich die historische Altstadt von Oppeln mit den wichtigsten Baudenkmälern, darunter das palazzoartige Rathaus, die doppeltürmige Kreuzkirche, die Franziskanerkirche mit herzoglicher Grablege und den Piastenturm des einstigen Piastenschlosses. Nach dem Mittagessen im Schlosshotel von Zülzhoff verlassen Sie Oberschlesien und treten am Nachmittag die Rückreise nach Berlin an.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus gehobener Klasse zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Arne Franke M.A.
  • zweite Reisebegleitung deutsch-polnisch
  • 4x Übernachtung mit Halbpension im 4*-Hotel Diament Plaza Gliwice (03.-07.10.2021)
  • 2x Übernachtung mit Halbpension im 4*-Hotel DeSilva Premium Opole (07.-09.10.2021)
  • 7x Mittagessen (Tellergericht) in ausgewählten Restaurants
  • Stadtführungen / Stadtrundgänge: Gleiwitz, Oppeln, Oberglogau, Ratibor, Teschen
  • Besichtigungen und Eintritte: Schloss Brieg, Schloss Oberglogau, Schloss Plawniowitz, Schloss Moschen, Schloss und Kloster Groß Rauden, Schloss Ratibor, Schlossruine Lubowitz, Schloss und Park Pless, Schloss Brynnek, St. Annaberg, Rundfunksender und Villa Caro in Gleiwitz, Gnadenkirche Teschen, Schlesisches Museum in Kattowitz
  • Orts-/ Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen

Reise ins östliche Oberschlesien

Details
  • Doppelzimmer
    1345 €
  • Einzelzimmer
    1495 €

Reise ins östliche Oberschlesien

Hotel Diament Plaza Gliwice
Hotel Premium DeSilva

Der aus Groß-Umstadt (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

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