+49 35 81 42 86 44
Wir beraten Sie gern persönlich
 
 

Einzigartige Sonderwege in Tschechiens Architektur - 6 Tage

Reise als PDF speichern Reise drucken
Buchungscode:
CDTMTF19+SEP02/2019
Reisetermin:
02.09.2019 - 07.09.2019
Preis:
ab 1398 € pro Person

Barockgotik, Kubismus und Rondokubismus in Böhmen und Mähren

Die Reise ins nördliche Tschechien erkundet die architektonischen Spuren der in Deutschland nahezu unbekannten Barockgotik und der einzigartigen Architektur des Kubismus bzw. Rondokubismus. Als alleiniger Vertreter der Barockgotik gilt der geniale Architekt Johann Blasius Santini-Aichel (1677-1723), der die spannungsgeladenen Formen des italienischen Hochbarock mit den böhmischen Ausprägungen der Spätgotik verquickte. Nicht weniger außergewöhnlich ist der zu Anfang des 20. Jahrhunderts der von Malerei und Plastik inspirierte Kubismus bzw. Rondokubismus mit kristallin gebrochenen oder durch kreis- und halbkreisförmige Strukturelemente geformte Fassadenflächen, der sich zeitweise zum bevorzugten Nationalstil der jungen tschechoslowakischen Republik entwickelte.

1. Tag: Klassische Moderne in Aussig - Schloss und barockgotische Annenkapelle in Jungfernbreschan - Fahrt zum Schlosshotel
Ihre Studienreise beginnt in Berlin mit anschließender Zustiegsmöglichkeit in Dresden. Über das Erzgebirge fahren Sie nach Aussig/Ústí nad Labem, die im Zweiten Weltkrieg schwer zerstörte Industriestadt, die dennoch einige bemerkenswerte Bauten der Klassischen Moderne zu bieten hat. Nach einem kurzen Stadtrundgang und einem Mittagessen im Aussichtsrestaurant "Větruše“ setzen wir unsere Fahrt elbaufwärts bis Jungfernbreschan/Panenské Břežany fort. Nach der Besichtigung des Oberen Schlosses, das eine höchst bemerkenswerte Geschichtsausstellung birgt, besuchen wir mit der Annenkapelle ein Frühwerk des barockgotischen Architekten Santini-Aichel. Am frühen Abend erreichen wir das westlich von Kuttenberg/Kutna Horá gelegene "Chateau Kotěra“ in Ratboř. Das in kubistischen Formen gestaltete und zum Teil mit Originalmobiliar ausgestattete Schlosshotel wird für die kommenden Reisetage Ihre noble Herberge sein. Das Abendessen nehmen Sie in einem der Salons des Schlosses ein. Anschließend Übernachtung im Hauptgebäude des Schlosses.

2. Tag: Auf den Spuren des Architekten Santini-Aichel auf der Prager Kleinseite
Der erste Ausflug nach Prag/Praha führt Sie unter dem Motto "Prag für Fortgeschrittene“ in die barockgotische Architektur ein. Dazu folgen wir den Spuren des Architekten Santini-Aichel auf der Prager Kleinseite, indem Sie einige stilbildende spätgotische und barocke Bauten in Augenschein nehmen. Am Spätnachmittag besuchen Sie außerdem die von Santini errichtete Wallfahrtskirche Maria vom Siege, die an die Schlacht am Weißen Berg 1620 erinnert. Abendessen in einem Landgasthof auf der Rückfahrt nach Ratboř.

3. Tag: Architektonischer Reichtum in der einstigen Silberstadt Kuttenberg - Barockgotische Klosterkirche Sedletz - Kirchenbauten in Saar ud auf dem Grünen Berg - Festliches Abendessen
Weiter auf den Spuren des Architekten Santini fahren Sie zunächst ins nahegelegene Kuttenberg/Kutna Horá. In einem Stadtrundgang entdecken Sie den architektonischen Reichtum der heute unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden einstigen Silberstadt, vor allem auch die spektakulären Gewölbeformen der imposanten Barbarakirche. In der Nähe liegt mit der Klosterkirche von Sedletz/Sedlec eines der Hauptwerke der Barockgotik, geschaffen durch Santini im Zuge der gegenreformatorischen Wiederbelebung des dortigen Zisterzienserklosters. Neben dem Kloster sehen Sie zudem das ebenfalls von ihm erbaute Ossarium, ein bizarres Beinhaus "der besonderen Art“. Höhepunkt im Schaffen des Architekten ist aber die in ein Schloss umgebaute Klosterkirche der Zisterzienser im mährischen Saar/Žďár nad Sázavou sowie die bis 1722 errichtete, pittoresk gestaltete Wallfahrtskirche St. Johannes von Nepomuk auf dem Grünen Berg/Zelená hora. Auch diese Anlage wurde 1994 als Weltkulturerbe der UNESCO geadelt.
Der festliche Abschluss des Tages ist das Abendessen in einer restaurierten Schlossanlage auf der Rückfahrt nach Ratboř.

4. Tag: Auf den Spuren des Kubismus und des Rondokubismus in der Prager Alt- und Neustadt
Auch den heutigen Tag verbringen Sie in Prag - nun aber auf den Spuren des Kubismus und des Rondokubismus. Dieses Mal sind wir im Zentrum der tschechischen Hauptstadt unterwegs. Während eines Spazierganges durch die Alt- und die Neustadt lernen Sie vor allem die Hauptwerke der zu Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten Stilvarianten kennen. Neben dem berühmen "Adriapalast“ und dem "Haus zur Schwarzen Madonna“ sehen Sie mehrere eindrucksvolle Wohn- und Geschäftshäuser und Villen am Moldauufer. Am Spätnachmittag besuchen Sie einen denkmalpflegerischen Pflegefall - die ehemalige Benediktinerinnenabtei der Beuroner Kongregation St. Gabriel. Im Innern der Klosterkirche fasziniert noch heute die überreiche, von altgriechischer und ägyptischer Kunst beeinflusste Innenausstattung. Den Reisetag beschließen Sie mit einem Abendessen in einem der typischen Prager Kaffeehäuser.

5. Tag: Moderne Architektur in Ostböhmen - Kaufhas Wenke, Kurhaus von Bohdanetsch, Krematorium in Pardubitz
Dieser Studienreisetag führt in die Region Ostböhmen - wieder unter dem Thema der "Moderne“ in der Architektur. Als eine der Inkunabeln gilt hierfür das ehemalige Kaufhaus Wenke in Jermer/Jaroměř, das Sie zunächst besichtigen werden. Nahebei liegt die Stadt Königgrätz/Hradec Králové, die in der Zwischenkriegszeit als "Salon der Republik“ einen bemerkenswerten Bauboom erlebte. Neben Gotik, Renaissance, Barock und Jugendstil sind hier ganze Quartiere im Stil des Kubismus bzw. Rondokubismus entstanden, die Ihnen in einem Stadtrundgang erschlossen werden. Danach fahren Sie in den kleinen Kurort Bohdanetsch/ Lázně Bohdaneč, in dem das Kurhaus zu den großen kubistischen Werken des Architekten Josef Gočár zählt. Sein Zeitgenosse Pavel Janák schuf das spektakuläre Krematorium der Stadt Pardubitz/Pardubice, die Sie anschließend besuchen. Nach einem Rundgang durch die auch vom Funktionalismus charakterisierte Stadt speisen Sie vor der Rückfahrt nach Ratboř in einem der Altstadtrestaurants in Pardubitz.

6. Tag: "Kubistische Perle" Villa Bauer und Mittagessen in Leitmeritz
Am letzten Tag der Reise besichtigen wir die exzellent restaurierte Villa Bauer in Libodřice, eine von Josef Gočár errichtete "kubistische Perle“ inmitten eines kleinen Bauerndorfes. Außergewöhnlich ist nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Herrenhauses, sondern auch das einzigartige, zum Teil rekonstruierte Interieur der 1920er Jahre.
Voller Eindrücke fahren wir danach zurück in Richtung Dresden und Berlin - machen aber noch eine Stippvisite in der Stadt Leitmeritz/Litoměřice, in der wir auch noch einmal ein gemeinsames Mittagessen einnehmen.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus gehobener Klasse zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin und Dresden
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Arne Franke M.A.
  • Zweite Reisebegleitung deutsch-tschechisch
  • 5 x Übernachtung im 4*-Schlosshotel Chateau Kotěra mit Vollpension
  • Stadtführungen / Stadtrundgänge: Aussig, Prag (Kleinseite und Burg sowie Alt- und Neustadt), Kuttenberg, Königgrätz, Pardubitz
  • Besichtigungen inkl. Eintritte: Schloss Jungfern Breschan, Alter Königspalast mit Vladislav-Saal in Prager Burg, Barbarakirche in Kuttenberg, Abteikirche und Ossuarium in Sedletz, Schloss und Klosterkirche in Saar, Kaufhaus Wenke in Jermer, Elbepromenade in Königgrätz, Kurhaus in Bohdanetsch, Villa Bauer in Libodřice sowie Prager Kirchen und Paläste (u.a. Kirche St. Kajetan, Kirche St. Niklas, Wallfahrtskirche Hl. Maria vom Siege, Adriapalast, Kirche St. Gabriel)
  • Orts-/ Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen

Schlosshotel Kotera

  • Doppelzimmer
    1398 €
  • Einzelzimmer
    1563 €

Abfahrtsorte

  • z.B. Berlin - Berlin - Bahnhof Südkreuz
    0 €

Der aus Dieburg (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.Mehr InfosOk