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Einzigartige Sonderwege in Tschechiens Architektur - 6 Tage

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Buchungscode:
CDTMTF20+AUG01/2020
Reisetermin:
03.08.2020 - 08.08.2020

Barockgotik, Kubismus und Rondokubismus in Böhmen und Mähren

Diese Reise ins nördliche Tschechien erkundet die architektonischen Spuren der in Deutschland nahezu unbekannten Barockgotik und der einzigartigen Architektur des Kubismus bzw. Rondokubismus. Während die Barockgotik als Verquickung italienischen Hochbarocks mit böhmischen Ausprägungen der Spätgotik einzig durch den genialen Architekten Johann Blasius Santini-Aichel (1677-1723) in Böhmen und Mähren vertreten wurde, entwickelte sich der im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts beliebte Kubismus bzw. Rondokubismus mit kristallin gebrochenen oder durch kreis- und halbkreisförmige Strukturelemente geformte Fassadenflächen zeitweise zum bevorzugten Nationalstil der jungen tschechoslowakischen Republik.
Ihre Reiseroute umfasst u. a. Hauptwerke der Barockgotik, darunter die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Klosteranlage von Saar einschließlich der Wallfahrtskirche St. Johannes von Nepomuk auf dem Grünen Berg/Zelená Hora und das Zisterzienserkloster Sedletz mit seinem obskuren Beinhaus; alles Werke des "Ausnahmearchitekten“ Santini. Dessen architektonische Vorbilder finden sich wieder im Wladislawsaal der Prager Burg und den Sakralbauten der "welschen” Architekten des Frühbarock, die Sie - während zweier Stadtrundgänge unter dem Motto "Prag für Fortgeschrittene“ ebenso in der tschechischen Hauptstadt besuchen werden wie die wichtigsten Schöpfungen des Kubismus und des Rondokubismus.
Im Stadtteil Smichow besichtigen Sie zudem ein Juwel benediktinischer Dekorationskunst, die weitgehend unbekannte, aber nahezu einmalige Schöpfung der Klosterkirche von St. Gabriel. Diese wurde Ende des 19. Jahrhunderts für einen Benediktinerinnenkonvent errichtet und im höchst ungewöhnlichen, von ägyptischer Kunst beeinflussten Stil der Beuroner Kunstschule ausgestattet.
Weitere Ausflüge führen Sie nach Königgrätz und Pardubitz sowie in den kleinen Kurort Bad Bohdanetsch, in dem weitere wichtige Bauten des kurzlebigen Nationalstils zu sehen sind. Außergewöhnlich ist zudem der Besuch der von Josef Gočár errichteten Villa Bauer in Libodrice, die im Innern wie in der Außenerscheinung originalgetreu restauriert wurde.

1. Tag: Klassische Moderne in Aussig - Schloss und barockgotische Annenkapelle in Jungfernbreschan - Fahrt zum Schlosshotel
Ihre Studienreise beginnt in Berlin oder Dresden. Über das Erzgebirge Fahrt nach Aussig an der Elbe. Nach einem kurzen Stadtrundgang mit Schwerpunkt Architektur der Moderne sowie der Ostmoderne Mittagessen im Aussichtsrestaurant Ferdinandshöhe mit spektakulärer Aussicht auf die Stadt und das Elbtal. Fortsetzung der Fahrt entlang der Elbe, vorbei an der berühmten Burgruine Schreckenstein bis kurz vor Leitmeritz, dann über die neue Autobahn bis Jungfern Breschan. Nach der Besichtigung des Oberen Schlosses mit einer Ausstellung zur Geschichte des Protektorats Böhmen-und Mähren Besuch der bemerkenswerten Annenkapelle als Frühwerk des barockgotischen Architekten Santini-Aichel. Am frühen Abend Ankunft in Prag, Check-in in das 4*-Hotel Lindner, das nahe des berühmten Klosters Strahov liegt und von dem aus bequem die Prager Burg zu Fuss erreicht werden kann. Abendessen im Hotel und Übernachtung.

2. Tag: Auf den Spuren des Architekten Santini-Aichel auf der Prager Kleinseite
Erster Stadtrundgang in Prag unter dem Motto "Prag für Fortgeschrittene“ mit Einführung in die barockgotische Architektur. Auf den Spuren des Architekten Santini-Aichel besichtigen Sie die Prager Burg mit dem Veitsdom und der Prager Burg mit dem Ort des zweiten Prager Fenstersturzes, der den Dreißigjährigen Krieg auslöste. Der wichtigste Raum der Burg ist jedoch der bedeutende Wladislaw-Saal als größter stützenfreien gotischer Festsaal - ein Werk des bedeutenden Architekten Benedikt Ried, der eine wichtige Grundlage für das Schaffen Santinis ist. Danach Spaziergang zu der wenig bekannten, zum Teil von Santini gestalteten Kirche St. Kajetan, die für die Öffentlichkeit normalerweise kaum zugänglich ist. Nach dem Mittagessen in einem nahegelegene Altstadtrestaurant Spaziergang durch den unteren Teil der Kleinseite mit Außenbesichtigung mehrerer barocker Palais, die Teils von Santini gestaltet wurden. Nachmittags Besuch der ebenfalls von Santini errichteten Wallfahrtskirche Maria vom Siege am Weißen Berge - Schicksalsort der gleichnamigen Schlacht von 1620. Abendessen im Hotel und Übernachtung.

3. Tag: Auf den Spuren des Kubismus und des Rondokubismus in der Prager Alt- und Neustadt
Zweiter Stadtrundgang in Prag - mit dem Schwerpunkt auf kubistische und rondokubistische Architektur. Am Vormittag zunächst Besuch eines denkmalpflegerischen Pflegefalls - der ehemaligen Benediktinerinnenabtei der Beuroner Kongregation St. Gabriel im Stadtteil Smichow. Die faszinierende Ausstattung zeigt Wandmalereien in griechischen, byzentinischen sowie altägyptischen Stilformen. Danach sind Sie im Stadtzentrum auf den Spuren des Kubismus und Rondokubismus unterwegs. Sie besichtigen u. a. das "Haus zur Schwarzen Madonna“ - dort Mittagessen im prächtig rekonstruierten Grand Café Orient. Spaziergang über den Wenzelsplatz zum "Adriapalast“ - einem der Hauptwerke des Rondokubismus - sowie einigen Geschäftsbauten, Wohnhäusern sowie Villen am Moldauufer, die ausdrucksstarke Exponenten für den Rondokubismus als tschechoslowakischem Nationalstil sind. Am Spätnachmittag Fahrt nach Ratboř bei Kuttenberg, dort Check-in in das noble 4*-Schlosshotel "Chateau Kotěra“ und Abendessen im Speisesalon des Schlosses.

4. Tag: Architektonischer Reichtum in der einstigen Silberstadt Kuttenberg - Kirchenbauten in Saar und auf dem Grünen Berg - Festliches Abendessen
Auf Spuren des Architekten Santini Fahrt in die nahegelegene UNESCO-Weltkulturerbestadt Kuttenberg, das mittelalterliche Zentrum des Silberabbaues. Während eines Stadtrundganges besichtigen Sie die imposante, von drei Zeltdächern bekrönte Barbarakirche - eines der Hauptwerke der böhmischen Spätgotik. Nach dem stärkenden Mittagessen in einem Altstadtrestaurant Fahrt durch die Böhmisch-Mährische Höhe, eine fast weltabgeschiedene Mittelgebirgslandschaft zum Höhepunkt im Schaffen des Architekten Santini in Saar - der Besichtigung der von ihm umgebauten Zisterzienser-Klosterkirche, des Konventsgebäudes sowie der Wallfahrtskirche St. Johannes von Nepomuk auf dem "Zelená Hora“, dem Grünen Berg. die außergewöhnliche Kapellenanlage spielte eine außerordentliche Rolle in der Verehrung des zur Erbauungszeit selig gesprochenen Nationalheiligen. Am Spätnachmittag Rückfahrt in das Schlosshotel "Chateau Kotěra“ in Ratboř. Abendessen im Speisesalon des Schlosses.

5. Tag: Barockgotische Klosterkirche Sedletz - Königinnenresidenz Königgrätz - Kurhaus von Bohdanetsch, Krematorium in Pardubitz
Nur wenige Kilometer von Kuttenberg entfernt befindet sich das ehemalige Zisterzienserkloster Sedletz mit seiner außergewöhnlichen, durch Santini nach der Zerstörung in den Hussitenkriegen wiederaufgebauten Klosterkirche. Diese ist eine geniale Synthese aus erhalten gebliebenem gotischen Außenmauerwerk und exzentrisch anmutenden barockgotischen Gewölben und Architekturdekorationen. Nahebei befindet sich mit dem pittoresken Ossarium des Friedhofs ein weiteres Werk des Architekten. Die "Knochenkirche“ birgt die Gebeine von mehr als 40.000 Menschen, die im 18. und 19. Jahrhunderten zu bizarren Kunstwerken zusammengesetzt wurden. Anschließend Fahrt nach Ostböhmen unter dem Thema der "Moderne“ in der Architektur. Besichtigung der alten Königinnenresidenz Königgrätz mit seinen Quartieren im Stil des Kubismus bzw. Rondokubismus und stärkendes Mittagessen in einem exzellent restaurierten Jugendstil-Restaurant. Nach einem Spaziergang durch die malerische Altstadt von Königgrätz Fahrt in den bei Pardubitz gelegenen Kurort Bad Bohdanetsch. Dort errichtete Josef Gočár als einer der bedeutendsten Architekten des Kubismus ein spektakuläres Kurhaus. Im Anschluss Rundgang durch die vom Funktionalismus charakterisierten Stadt Pardubitz mit Besuch Krematorium. Auch hier folgt ein Spaziergang durch die wunderbar erhaltene Altstadt, die zu den schönsten in Tschechien zählt. Am Spätnachmittag Rückfahrt ins Hotel nach Ratboř und Abendessen.

6. Tag: "Kubistische Perle" Villa Bauer und Mittagessen in Leitmeritz
Am letzten Reisetag - als kubistischen Ausklang: Außenbesichtigung der exzellent restaurierten Villa Bauer in Libodřice. Das Innere ist derzeit leider nicht zu besichtigen - sofern das Haus zu Reisebeginn wieder geöffnet ist, werden Sie zudem auch das außergewöhnliche Interieur genießen können. Mit der Besichtigung der nahegelegenen reformierten Kirche in Petschek erleben Sie das einzigartige, im Stil des Kubismus ausgestattete Gotteshaus, das bisher nur Spezialisten bekannt war. Sie treffen dabei eine Vertreterin der kleinen Gemeinde, die Sie über die "Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder“ informieren Sied. Nach einem kurzen Spaziergang durch die restaurierte Altstadt von Leitmeritz und einem Mittagessen in der nach 1989 wiederhergestellten Kaiserburg Rückfahrt nach Dresden und Berlin.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus gehobener Klasse zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin und Dresden
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Arne Franke M.A.
  • Zweite Reisebegleitung deutsch-tschechisch
  • 2 x Übernachtung im 4*-Hotel Lindner mit Vollpension
  • 3 x Übernachtung im 4*-Schlosshotel Chateau Kotěra mit Vollpension
  • Stadtführungen / Stadtrundgänge: Aussig, Prag (Kleinseite und Burg sowie Alt- und Neustadt), Kuttenberg, Königgrätz, Pardubitz
  • Besichtigungen inkl. Eintritte: Schloss Jungfern Breschan, Alter Königspalast mit Vladislav-Saal in Prager Burg, Barbarakirche in Kuttenberg, Abteikirche und Ossuarium in Sedletz, Schloss und Klosterkirche in Saar, Elbepromenade in Königgrätz, Kurhaus in Bohdanetsch, Villa Bauer in Libodřice sowie Prager Kirchen und Paläste (u.a. Kirche St. Kajetan, Kirche St. Niklas, Wallfahrtskirche Hl. Maria vom Siege, Adriapalast, Kirche St. Gabriel)
  • Orts-/ Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen

Einzigartige Sonderwege in Tschechiens Architektur

Details
  • Doppelzimmer
    0 €
  • Einzelzimmer
    0 €

Abfahrtsorte

  • z.B. Berlin - Berlin - Bahnhof Südkreuz
    0 €

Einzigartige Sonderwege in Tschechiens Architektur

Hotel Lindner Prag
Schlosshotel Kotera

Der aus Dieburg (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

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