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Das schlesische Elysium - Schlösser und Parkanlagen im Hirschberger Tal - 6 Tage

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Buchungscode:
CDTMTF2022+JUL01/2022
Reisetermin:
04.07.2022 - 09.07.2022
Preis:
ab 1525 € pro Person

Schlesien zählt als Brückenland zwischen West und Ost zu einer der historisch interessantesten Regionen Mitteleuropas, deren Ausdruck auch die Fülle erhaltener Baudenkmäler ist, die unter polnisch-piastischer, böhmischer, habsburgischer, dann preußischer und bis 1945 deutscher Herrschaft entstanden.
Das von der imposanten Landschaft des Riesengebirges begrenzte Hirschberger Tal mit seiner Vielzahl an Schlössern und Parkanlagen hatte seine Blütezeit im 19. Jahrhundert. Hier richtete das Hohenzollernhaus drei königliche Sommersitze ein, die u. a. durch die Architekten Schinkel und Stüler sowie den Gartenarchitekten Lenné entscheidend geprägt wurden und die Kulturlandschaft als "Schlesisches Elysium“ schon im 19. Jahrhundert überregional bekannt werden ließ.
Nach den gewaltigen, mit Krieg, Vertreibung und Zerfall verbundenen Zäsuren des 20. Jahrhunderts erfreut sich die Region zunehmend einer großen Beliebtheit bei Kulturreisenden. Der Fokus der Studienreise liegt auf den Schloss- und Parkanlagen, die in Polen inzwischen als gemeinsames Kulturerbe von Deutschen und Polen respektiert und gepflegt werden. Dabei werden einige Schlosseigentümer selbst ihre Konzeptionen vorstellen und Ihnen einen spannenden Einblick in die Revitalisierung der Kulturlandschaft geben, die inzwischen nationales Kulturerbe Polens ist.
Die durch den Architekturhistoriker und Buchautor Arne Franke geleitete Studienreise führt Sie in eine der reizvollsten Regionen Schlesiens, in der Sie neben den wichtigsten Schloss- und Parkanlagen auch die Stadt Hirschberg und den Kurort Bad Warmbrunn mit seiner gut erhaltenen evangelischen Bethauskirche erkunden werden. Zudem führt ein Tagesausflug über das Hirschberger Tal hinaus zur monumentalen Schlossanlage von Fürstenstein sowie der Klosteranlage von Grüssau und der unter dem Schutz des UNESCO-Weltkulturerbes stehenden evangelischen Friedenskirche von Schweidnitz.

Montag, 04.07.2022: Über Görlitz, entlang des Isergebirges, ins Hirschberger Tal
Ihre Studienreise beginnt in Berlin oder Dresden. Fahrt durch die Oberlausitz nach Görlitz. Nach einem Mittagessen in einer regionaltypischen Gaststätte in der Stadt an der Neiße führt Sie Herr Franke zunächst durch die geschichtsträchtige Altstadt, um danach unter fachkundiger Führung das Schlesische Museum zu besuchen, das sich im ältesten datierten Profanbau der Renaissance in Deutschland befindet. Anschließend geht die Reise auf der Sudetenstraße entlang des Isergebirges mit Zwischenaufenthalt in Bad Flinsberg ins Hirschberger Tal. Am frühen Abend Check-in im Schlosshotel Schildau. Der einstige Sommersitz der Hohenzollernprinzessin Luise wird Ihr fürstliches Quartier für die kommenden Tage. Nach einem kurzen Rundgang durch die Anlage speisen Sie im ehemaligen Ballsaal mit Blick auf die Schneekoppe zu Abend.

Dienstag, 05.07.2022: Hirschberg, eine Dichterresidenz und die Stabkirche Wang
Zunächst besichtigen Sie das Zentrum des Talkessels, die Stadt Hirschberg mit den für Schlesien typischen Ring/Marktplatz mit klassizistischem Rathaus und restaurierten Laubenhäusern. Ein Stadtspaziergang führt über den Ring (Marktplatz) zu der üppig dekorierten Gnadenkirche, die nach 1707 für die evangelisch-lutherische Bevölkerung errichtet wurde. Nach dem Mittagessen in der barocken Dreiflügelanlage von Schloss Arnsdorf fahren Sie in das malerisch gelegene Agnetendorf. Hier ließ der Dichterfürst Gerhart Hauptmann nach 1900 eine repräsentative Villa errichten, die heute deutsch-polnische Begegnungsstätte und Museum ist. Danach geht es weiter hinauf ins Riesengebirge nach Krummhübel. Nach der Besichtigung der fast 900 Meter hoch gelegenen mittelalterlichen Stabholzkirche Wang, die 1841 aus Norwegen hierher transloziert worden war, beschließen Sie den Tag mit einem Spaziergang durch den revitalisierten Landschaftspark und einem Abendessen in Schloss Stonsdorf. Anschließend Rückfahrt ins Schlosshotel Schildau.

Mittwoch, 06.07.2022: Schlösser östlich des Hirschberger Tals
Heute fahren Sie über die Höhen des Hirschberger Talkessels hinweg und besichtigen östlich von diesem zwei Schlossanlagen. Zunächst sind Sie im restaurierten Schloss Muhrau bei Striegau zu Gast. Hier wirkt Frau Melitta Sallai, die als Tochter des letzten deutschen Schlossherren Hans-Christoph von Wietersheim-Kramsta auf dem Schloss geboren wurde - und nach 1990 hierher zurückkehrte. Um den Adelssitz vor dem Verfall zu retten und zur deutsch-polnischen Versöhnung beizutragen, eröffnete sie hier einen Kindergarten und ein Bildungszentrum, deren Eigentümer die gemeinnützige St. Hedwig-Stiftung ist. Als eine der Zeitzeuginnen der Kriegszeit wird sie über ihr bewegtes Leben, aber auch über ihre neue Aufgabe berichten. Nach einem stärkenden Mittagessen führt Sie die Reise nach Süden, wo am Rand des Eulengebirges mit dem Schloss von Kamenz das letzte Bauwerk des genialen Architekten Karl Friedrich Schinkel zu finden ist. Der kleine Ort geht auf eine bereits 996 errichtete böhmische Burg an der Glatzer Neiße zurück. Später entstand hier eines der großen Zisterzienserklöster Schlesiens, von dem nach der Säkularisation 1810 und einer Brandkatastrophe wenige Jahre später nur noch die Klosterkirche und ein Teil der einstigen Klausur erhalten blieb. Ab den 1830er Jahren ließ das preußische Prinzenpaar Marianne und Albrecht auf dem nahegelegenen Harthaberg durch Schinkel eine beeindruckende neogotische Schlossanlage errichten. Der imposante, zweihöfige Bau wurde 1945 bis auf die Außenmauern zerstört, aber bereits ab den 1980er Jahren durch einen Privatmann gesichert. Inzwischen hat die kleine Gemeinde Kamenz die Gesamtanlage übernommen und mit umfangreichen Renovierungsarbeiten begonnen. Inzwischen sind auch wieder die von Peter Joseph Lenné geschaffenen Terrassengärten und einige der Wasserspiele zu erleben.
Zurück im Hirschberger Tal, nehmen Sie das Abendessen in dem 1822 durch den Bruder König Friedrich Wilhelms III. als Sommerresidenz erworbenen Schloss Fischbach ein, das wiederum vor wenigen Jahren als exklusives Schlosshotel eingeweiht wurde. Anschließend Rückfahrt ins Schlosshotel Schildau.

Donnerstag, 07.07.2022: Das "Schlesische Elysium“
Der vierte Studienreisetag versetzt Sie zunächst zurück in die Zeit der Ostkolonisation des 13. Jahrhunderts, als die polnischen Piastenherzöge Siedler aus dem Westen einluden, sich in Schlesien niederzulassen. Mit diesen kam auch die Baugattung des Wohnturmes als frühe Form adeliger Wohnsitze in das Land. Zu den besterhaltenen zählt heute der Wohnturm von Boberröhrsdorf, in dem sich die frühesten profanen Wandmalereien Polens entdecken lassen.
Danach konzentriert sich die Reise auf die Blütezeit der Schlossanlagen des "Schlesischen Elysiums“ im 19. Jahrhundert, als zahlreiche Adelsfamilien die traumhafte Lage am Fuße des Riesengebirges als Sommerfrische erkoren. Zweites Besichtigungsziel im Talkessel ist Schloss Lomnitz, das nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs“ als einer der ersten Adelssitze in Schlesien durch die Nachkommen der letzten deutschen Eigentümerfamilie vorbildlich restauriert wurde. Die längst weit über die Grenzen Schlesiens bekannte Schlossanlage wird heute als Museum, Kulturzentrum und Hotel genutzt.
Nach dem Mittagessen im "Alten Pferdestall“ geht die Fahrt zum Schloss Buchwald. Ein ausgiebiger Spaziergang durch den von Graf Friedrich Wilhelm von Reden und seiner Gattin Friederike angelegten Landschaftspark - einer der frühesten in Schlesien - ermöglicht reizvolle Ausblicke auf das nahe Riesengebirge.
Nicht weit von diesem entfernt liegt das 1830 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. als Sommersitz eingerichtete Schloss Erdmannsdorf. Mit einem Spaziergang durch den von Peter Joseph Lenné angelegten Landschaftspark erreichen Sie die von Karl Friedrich Schinkel erbaute Schlosskirche und werfen zuletzt einen Blick auf die Dorfanlage der nach 1835 hier angesiedelten Zillertaler Glaubensflüchtlinge.
Anschließend besichtigen Sie die Heß´sche Bleiche in Wernersdorf, ein schlossartiges frühindustrielles Manufakturgebäude mit ausgesprochen repräsentativen Innenräumen. Nach einem opulenten Abendessen reisen Sie zurück ins Schlosshotel Schildau.

Freitag, 08.07.2022: Nochmals über den Rand des Hirschberger Tals hinaus
Nach einem üppigen Frühstück führt die Reise erneut über den Landeshuter Kamm nach Osten. Zunächst besuchen Sie die barocke ehemalige Zisterzienserabtei von Grüssau. Neben der überreich ausgeschmückten Klosterkirche beeindruckt die durch den bedeutendsten Barockmaler Schlesiens Michael Willmann freskierte Josephskirche sowie das Mausoleum der Schweidnitzer Piastenherzöge.
Das Mittagessen nehmen Sie in der einstigen Remise des Schlosses Adelsbach ein. In dem ebenfalls "in restauro“ befindlichen Adelssitz wurden kürzlich spektakuläre Wandmalereien der Renaissance aufgedeckt. Während der Schlossbesichtigung - geführt wiederum durch den Eigentümer - werden Sie vielleicht dem Restaurator bei der Rettung der Kunstwerke über die Schulter schauen können.
Danach besichtigen Sie eine der bedeutendsten Residenzen Schlesiens. Hoch über dem Tal des Flüsschens Polsnitz erhebt sich die Schloss Fürstenstein, dessen Ursprünge als wehrhafte Burg bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Im 16. und 18. Jahrhundert zu einer Schlossanlage ausgebaut, erlangte sie durch eine großzügige Erweiterung zu Anfang des 20. Jahrhunderts schließlich ihr heutiges Erscheinungsbild. Unter der aus dem englischen Hochadel stammenden Fürstin Daisy von Hochberg-Pless avancierte die Anlage zu einem der mondänsten Höfe Deutschlands. Nach 1939 durch den nationalsozialistischen Staat konfisziert, wurde der Adelssitz unter weitgehender Zerstörung der historischen Ausstattung zum "Gästehaus Waldwiese“ mit bis heute ungeklärter Nutzung umgebaut - jedoch in den 1970er Jahren durch polnische Restauratoren weitgehend wieder in den Ursprungszustand zurückversetzt.
Nahebei befindet sich in der Stadt Schweidnitz eine der beiden erhalten gebliebenen, nach 1652 errichteten evangelischen Friedenskirchen. Diese entfaltet im Innern eine für protestantische Gotteshäuser eher ungewöhnliche Pracht, die nur durch die Unterdrückung des Glaubens und den Wunsch nach Schaffung eines Gegenpols zum Katholizismus zu erklären ist. Aufwändig wurde dieser weltgrößte Fachwerkbau in den letzten Jahren mit deutscher Unterstützung restauriert. Als krönender Abschluss wurde der Friedenskirche 2001 die Aufnahme in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes zuteil. Abendessen im Schlosshotel Schildau.

Samstag, 09.07.2022: Bad Warmbrunn - die Perle des Hirschberger Tals
Den letzten Vormittag der Reise verbringen Sie in dem bereits im 13. Jahrhundert erwähnten Kurort Bad Warmbrunn. Zunächst besichtigen Sie die ehemalige Zisterzienserpropstei als Keimzelle des ältesten Kurorts Schlesiens. Das neu eingerichtete Museum vertieft Ihre Kenntnisse um die einst reichen Kunstsammlungen der Grafen Schaffgotsch und weckt mit seiner multimedialen Installation zu schlesischen Fresken vielleicht Ihre Lust auf weitere Entdeckungen in Schlesien. Nach dem Spaziergang durch den Park des als Dependance des Breslauer Polytechnikums genutzten ehemaligen Grafenschlosses und dem Mittagessen wird Sie der Pastor der evangelischen Bethauskirche über die Situation der Lutheraner in Schlesien informieren.
Am frühen Nachmittag geht es über Dresden zurück nach Berlin.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin, Dresden oder Görlitz
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Arne Franke M.A.
  • Zweite Reisebegleitung deutsch-polnisch
  • 5x Übernachtung im Schlosshotel Schildau mit Frühstück
  • 5x Abendessen (3-Gang-Menü) in verschiedenen Schlossrestaurants
  • 6x Mittagessen (Tellergericht) in (Schloss-)Restaurants
  • Stadtführungen / Stadtrundgänge: Görlitz, Hirschberg, Bad Warmbrunn
  • Besichtigungen inkl. Eintritte: Schlesisches Museum Görlitz, Schloss Fischbach, Wohnturm Boberröhrsdorf, Park & Schloss Schildau, Schloss Lomnitz, Gnadenkirche Hirschberg, Kirche Wang, Gerhart-Hauptmann-Haus, Schloss Stonsdorf, Kloster Grüssau, Schlosspark Buchwald, Schloss Adelsbach, Schloss Fürstenstein, Friedenskirche Schweidnitz, Bethaus und Schloss Bad Warmbrunn, Schloss Kamenz, Heß´sche Bleiche in Wernersdorf
  • Besuch von Schloss Muhrau mit Zeitzeugengespräch
  • Orts-/Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen.

Palac Wojanow

  • Doppelzimmer
    1525 €
  • Einzelzimmer
    1720 €

Abfahrtsorte

  • z.B. Berlin - Berlin - Bahnhof Südkreuz
    0 €

Der aus Groß-Umstadt (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

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