+49 35 81 42 86 44
Wir beraten Sie gern persönlich
 
 

Auf den Spuren des Adels in Nordböhmen - 5 Tage

Reise als PDF speichern Reise drucken
Buchungscode:
CDTMTF19+MAI01/2019
Reisetermin:
06.05.2019 - 10.05.2019
Preis:
ab 995 € pro Person

Kommen Sie mit dem Kunsthistoriker, Experten und Buchautor zur Kunst- und Baugeschichte Ostmitteleuropas, Arne Franke, auf einen architekturgeschichtlichen Streifzug in den Norden Tschechiens!

Am Südrand von Erzgebirge und Sudeten erstreckt sich eine Kulturlandschaft, die durch eine bemerkenswerte Dichte an Schlössern und Herrenhäusern geprägt ist. Während dieser kulturgeschichtlichen Studienreise folgen Sie den Spuren des böhmischen Adels, als dessen herausragender Vertreter Albrecht von Wallenstein gelten kann. Sie besichtigen in Melnik/Mělník das Schloss der Familie von Lobkowitz/Lobkowicz, die schon im Spätmittelalter von großer Bedeutung für die Landesgeschichte war und heute wieder eine wichtige Rolle in der kulturellen Entwicklung Tschechiens spielt. Zudem stehen bedeutende Stadtanlagen, wie u. a. Leitmeritz/Litoměřice und Gitschin/Jičín sowie das Prämonstratenserkloster Doxan/Doksany auf dem Programm.

1. Tag: Stätten mittelalterlicher Besiedlung

Ihre Studienreise beginnt in Berlin. Das erste Reiseziel, das Sie gegen Mittag erreichen, ist die an der Elbe gelegene Königsstadt Leitmeritz/Litoměřice. Diese geht aus einem fürstlichen Verwaltungszentrum der Přemysliden des 10. Jahrhunderts hervor und wurde um 1225 als Stadt nach Magdeburger Recht gegründet. Im Zentrum entstand ein großer Marktplatz, an dessen Rand das Rathaus und die gotische Allerheiligenkirche errichtet wurde. Das Mittagessen nehmen Sie in der einstigen königlichen Burg ein, die in den letzten Jahren umfassend renoviert wurde. Nach einem Spaziergang durch die historische Altstadt fahren Sie zu der am Ufer der Eger/Ohře gelegenen Klosteranlage Doxan/Doksany, die zu den ältesten monastischen Niederlassungen in Böhmen zählt. Ihre Gründung erfolgte im Jahr 1142 von Herzog Vladislav II. und wurde durch Prämonstratenserinnen aus Dünnwald bei Köln besiedelt. Das Ensemble wurde Ende des 17. Jahrhunderts barockisiert, doch blieb vom romanischen Ursprungsbau noch die einstige Vorhalle erhalten, die Sie ebenso wie das Innere der Klosterkirche besichtigen werden.
Am frühen Abend erreichen Sie Ihr luxuriöses Schlosshotel in Liblitz/Liblice - Ihre Logis für die gesamte Reisedauer. Abendessen und Übernachtung.

2. Tag: Gotik und Barock im nordböhmischen Industrierevier

Ihre heutige Exkursion beginnt mit Besichtigung der Schlossanlage Eisenberg/Jezeří am südlichen Hang des Erzgebirges. Das Schloss sollte 1987 dem Braunkohlebergbau weichen, konnte aber dank einer Initiative von engagierten Bürgern gerettet werden. Nach umfangreichen Sicherungsarbeiten ist das Schloss seit 1996 wieder öffentlich zugänglich und wird gegenwärtig weiter renoviert. Die ursprünglich gotische Burg "Eisenberk“ wurde in den Jahren 1363 bis 1365 von den Herren von Ferbenz (Pány ze Rvenic) aus Seestadtl/Ervěnice errichtet. Einer der vielen Folgebesitzer des Anwesens - Nikolaus Hochhauser von Hochhaus - ließ die alte Burg im Jahre 1549 in ein Renaissanceschloss umbauen. Heute präsentiert sich das außergewöhnliche Schloss als ein Barockbau aus dem Jahr 1627 - umgebaut von Wilhelm von Lobkowitz.
Im Anschluss fahren Sie nach Brüx/Most. Nach einem leckeren Mittagessen im Gasthaus "U Svatého Ducha“/"Beim Heiligen Geist“ besichtigen eine der schönsten spätgotischen Hallenkirchen des nordböhmischen Kulturraums - die Maria-Himmelfahrtskirche von Brüx. Die historische Bergbaustadt Most wurde bis 1975 nahezu gänzlich dem Braunkohle-Tagebau geopfert. Die Kirche jedoch wurde in einer ausgesprochen spektakulären und - in diesem Umfang - bisher einmaligen Aktion um mehr als 800 Meter weit transloziert und anschließend vorbildlich restauriert.
Am Nachmittag nehmen Sie an einer Führung in einer der bedeutendsten Klosteranlagen Nordböhmens teil. Sie besichtigen das Kloster Ossegg/Osek - eine ehemalige Zisterzienser-Abtei und ein Baudenkmal von hohem historischem und künstlerischem Wert. Nach einer bewegten Geschichte der Jahrhunderte wurde die stark beschädigte Klosteranlage nach der politischen Wende 1991 durch die Tschechische Republik den Zisterziensern zurückgegeben, die sich um eine Instandsetzung bemühen. Im Jahr 1995 wurde die Klosteranlage zum Nationalen Kulturdenkmal erklärt und hat drei Jahre später das 800-jährige Jubiläum gefeiert.
Anschließend fahren wir nach Eichwald/Dubí mit seiner bemerkenswerten, nach venezianischem Vorbild erbauten Pfarrkirche sowie nach Teplitz/Teplice, das als Kurbad insbesondere im 19. Jahrhundert seine Blütezeit hatte. Auf den Spuren Alexander von Humboldts, dessen 250sten Geburtstag man 2019 feiert, besichtigen wir den historischen Stadtkern. Nach der Besichtigung Rückfahrt zum Schlosshotel. Abendessen und Übernachtung.

3. Tag: Erkundungen im böhmischen Mittelgebirge

Nach einem leckeren Frühstück fahren Sie nach Ploschkowitz/Ploskovice. Das Schloss Ploschkowitz steht an der Stelle einer ehemaligen Kommende, die der Adelige Hroznata 1188 dem Johanniterorden schenkte, in dessen Besitz es bis zu den Hussitenkriegen blieb. 1436 erhielt die Kommende ein hussitische Hauptmann, dessen Nachkommen sie als Burg befestigten und sich nach Ploschkowitz benannten. Sie werden durch einen Museumsmitarbeiter durch die barocke Schlossanlage geführt und fahren im Anschluss nach Auscha/Úštěk. Während eines Spaziergangs durch die historische Altstadt von Auscha wird die pensionierte Denkmalpflegerin Ingrid Augstenova einige architektonische Perlen Ihrer Heimat präsentieren.
Nach dem Stadtrundgang begeben Sie sich in den barocken Wallfahrtsort Neuland/Ostré. Hier verbringen Sie Ihre Mittagspause und starten gestärkt die Führung durch die sakrale Anlage, die in den Jahren 1703 - 1707 von Jesuiten gebaut wurde. Der Erbauer soll der bekannte Baumeister Octavio Broggio sein. Eine breite, von Nischen und Überresten von Barockstatuen gesäumte Sandsteintreppe führt Sie zum Berggipfel mit drei symmetrisch angeordneten Kapellen. Neuland ist für seine altertümliche Anmut sowie für seine wunderschöne Aussicht auf die Umgebung ein gerne besuchter Ort.
Die ländliche Architektur des nordböhmischen Berglands ist stark durch Umgebinde- und Blockhäuser charakterisiert. Zu den größten Bauten dieser Art zählt das restaurierte Richterhaus in Graber/Kravaře, das im Innern nicht nur originale Raumstrukturen und ein historisches Interieur bietet, sondern anhand einer Ausstellung auch die Umgebindearchitektur illustriert.
Im Anschluss fahren Sie in die historische Stadt Melnik/Mělník. Diese wurde anstelle einer slawischen Burgstätte der Pschowanen, am Zusammenfluss der zwei größten tschechischen Flüsse, der Moldau und der Elbe gegründet. Der böhmische König Ottokar II. Přemysl erhob den Marktflecken 1274 zur Königsstadt und verlieh dieser das Magdeburger Stadtrecht, Kaiser Karl IV. stärkte sie mit zahlreichen Privilegien. Auch der Melniker Weinbau geht auf ihn zurück: an den dortigen Elbhängen ließ er Weinreben aus Burgund anbauen. Zeitweise war die Stadt als Leibgedinge Witwensitz zahlreicher böhmischer Königinnen, u. a. der Barbara von Cilli und der zweiten Frau Georg von Podiebrads, Johanna von Rosental. Das Schloss, das Sie heute besichtigen, wurde im 16. Jahrhundert aus einer mittelalterlichen Burg umgebaut und im 17. Jahrhundert unter den Czernin verändert. Die heutige Anlage im Stil des Barocks schufen die Herren von Lobkowicz. Anschließend Rückfahrt zum Hotel. Abendessen und Übernachtung.

4. Tag: In die "Terra felix“ Wallensteins

Nach dem Frühstück starten Sie zu Ihrem Tagesausflug, der Sie zunächst an den Westrand des Naturschutzgebietes Böhmisches Paradies/Český ráj in das Städtchen Münchengrätz/ Mnichovo Hradiště führt. Das sehenswerte Schloss wurde um 1602 bis 1606 von Václav Budovec z Budova erbaut, einem Rat des Appellationsgerichtes und einem der Anführer der böhmischen Stände während des Aufstandes gegen die Habsburger zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Budovec wurde nach der Niederlage der Stände hingerichtet und sein Hab und Gut kam 1623 an den kaiserlichen Feldherrn und Herzog Wallenstein, der die Herrschaft 1627 mit allen Besitzrechten an seinen Neffen Maximilian von Waldstein verkaufte. Das Geschlecht Waldstein blieb im Besitz der Herrschaft Münchengrätz bis 1945. In der St.-Anna-Kapelle des angeschlossenen Kapuziner-Konvents befinden sich seit 1782 die sterblichen Überreste des Feldherrn und Herzogs Albrecht von Wallenstein, die nach der Auflösung der Kartause Walditz/Valdice hierher überführt wurden. Ihre heutige Mittagsrast machen Sie in den historischen Kellern der beeindruckenden Klosterbrauerei.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages ist die Besichtigung des Schlosses Sichrow/Sychrov. Das Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Architekten und Kunsthistoriker Bernhard Grueber neogotisch erweiterte Barockschloss gehörte bis 1945 der französischen Adelsfamilie Rohan, die mit der Französischen Revolution nach Böhmen emigrierte. Die ausführliche Ausstellung im Schloss präsentiert in einer eindrücklichen Weise die Lebenswelt der Rohan in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als das Schloss seine Blütezeit erlebte. Nach der Innenbesichtigung des Schlosses unternehmen Sie einen kurzen Spaziergang in dem schönen englischen Garten.
Die Fahrt geht weiter nach Gitschin/Jičín. Nahe der Stadt ließ Wallenstein als Herzog von Friedland durch den italienischen Baumeisters Sebregondi eine beeindruckende Loggia errichten, die Herzstück einer gestalteten Barocklandschaft werden sollte. Infolge der Ermordung des Generals nur als architektonisches Fragment realisiert, verwahrloste die Anlage jahrzehntelang, wird aber nun sukzessive restauriert. Nach der Besichtigung erwartet Sie eine kurze Stadtführung durch den seit 1957 unter Denkmalschutz stehenden historischen Stadtkern von Gitschin. Rückfahrt zum Hotel. Abendessen und Übernachtung.

5. Tag: Im einstigen Herzogtum Friedland

Der letzte Besichtigungspunkt der Studienreise ist das Schloss in Friedland/Frýdlant, das als gotische Burg zu den bedeutendsten Anlagen im Sudetenraum zählte, wurde im 16. Jahrhundert im Stil der Renaissance erheblich erweitert. 1620 erwarb es Albrecht von Wallenstein als Residenz für das gleichnamige, kurzlebige Herzogtum. Nach einer ausgiebigen Besichtigung mit örtlicher Führung und einem Mittagsimbiss in der Stadt treten Sie mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck die Heimreise an. Zuhause angekommen werden Sie viel zu berichten haben.

  • Busrundreise im komfortablen Reisebus gehobener Klasse zu allen Besichtigungszielen nach Programm ab/an Berlin und Dresden
  • Reiseleitung durch den Kunsthistoriker Herrn Arne Franke M.A.
  • zusätzlich zweite zweisprachige Reisebegleitung (deutsch-tschechisch)
  • 4 x Übernachtung im 4*-Schlosshotel Liblitz/Liblice
  • 5 x Mittagessen als Tellergericht, inkl. Wasser
  • 4 x Abendessen als 3-Gänge-Menü im Schlossrestaurant, exkl. Getränke
  • Stadtführungen in: Leitmeritz/Litoměřice, Auscha/Úštěk, Gitschin/Jičín, Teplitz/Teplice
  • Besichtigungen inkl. Eintritte: Klosteranlage in Doxan/Doksan, Schloss Eisenberg/Jezeří, Maria-Himmelfahrtskirche in Brüx/Most, Klosteranlage in Osseg/Osek, Pfarrkirche Eichwald/Dubí, Schlossanlage in Ploschkowitz/Ploskovice, Kalvarienberg Neuland/Ostré, Umgebindehaus in Graber/Kravaře, Schlossanlage in Melnik/Mělník, Schloss und Grablage Wallensteins in Münchengrätz/Mnichovo Hradiště, Schloss und Park Sichrow/Sychrov, Loggia in Gitschin/Jičín, Schloss Friedland/Frýdlant
  • Orts-/ Kurtaxe
  • Sicherungsschein für Pauschalreisen
  • Rundum-Service durch CarpeDiem Touristik

Nicht enthalten sind:
Weitere Mahlzeiten und Getränke, Trinkgelder, Ausgaben des persönlichen Bedarfs, individuelle Reiseversicherungen

Schloss Liblitz

 
Details
  • Doppelzimmer
    995 €
  • Einzelzimmer
    1120 €

Abfahrtsorte

  • z.B. Berlin - Berlin - Bahnhof Südkreuz
    0 €

Schloss Liblitz

 
Konferenční centrum AV ČR Zámek Liblice - Fotorechte bei A. FrankeOstdependance des Schlosshotels - ZimmerunterkünfteInnenansicht des SchlosshotelsRestaurant des SchlosshotelsWellnessbereich des Schlosshotels

Passend zur thematischen Ausrichtung der Reise nächtigen Sie in dem zu einem luxuriösen Schlosshotel ausgebauten und aufwendig restaurierten Adelssitz Liblitz/Liblice. Das Schloss wurde anstelle eines renaissancezeitlichen Vorgängerbaus zwischen 1699 und 1706 nach Plänen des Architekten Giovanni Battista Alliprandi errichtet. Im späten 19. Jahrhundert wurde es unter Antonie von Waldstein modernisiert. Nach 1945 im Besitz der tschechischen Akademie der Wissenschaften, wurde 1953 hier der erste internationale Kafka-Kongress veranstaltet. Alle Zimmer des 4*-Hotels sind mit Kühlschrank/Minibar, TV - LCD, Safe, Fön und Internetanschluss ausgestattet.

Der aus Dieburg (Hessen) stammende Arne Franke studierte Kunstgeschichte mit den Nebenfächern klassische Archäologie und mittlere und neuere Geschichte an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. Er spezialisierte sich auf architekturgeschichtliche und denkmalpflegerische Themen unter Professor Dr. Gottfried Kiesow, Professor Dr. Gerhard Eimer, Prof. Dr. Johannes Cramer und Dr. Elisabeth Herget.
Nach der politischen Wende wurde er stellvertretender Referatsleiter der Unteren Denkmalschutzbehörde in Görlitz.
1995 nahm er eine freiberufliche Tätigkeit auf und gründete das Bauforschungsbüro "Fundamenta Silesiae“, Berlin&Görlitz (u. a. bauhistorische Untersuchungen, Bestandsdokumentationen und denkmalpflegerische Betreuung zahlreicher denkmalgeschützter Bauten in Sachsen und Sachsen-Anhalt).
Seit 1998 ist er Honorardozent für Denkmalpflege, Kultur- und Kunstgeschichte am Zentrum für Handwerk und Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Überregional bekannt wurde Arne Franke als Buchautor und Ausstellungsmacher. Aufsehen erregte u. a. die Deutsch-Polnische Wanderausstellung "Das Tal der Schlösser und Gärten: Das Hirschberger Tal in Schlesien. Ein gemeinsames Kulturerbe“ für den Verein "Monumenta Silesiae“ e. V., Görlitz, in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Karkonoskie (Riesengebirgsmuseum), Jelenia Góra/Hirschberg. Die Ausstellung, die u.a. in Berlin, Potsdam, Wrocław/Breslau, Jelenia Góra/Hirschberg, Dresden, Görlitz präsentiert werden konnte, befindet sich heute als Dauerausstellung im Schloss Lomnitz/Łomnica. Arne Franke ist Mitautor des gleichnamigen wissenschaftlichen Begleitkataloges. Für Konzeption und Projektleitung der deutsch-polnischen Wanderausstellung "Ein vergessenes Arkadien. Schlösser und Parkanlagen der ehemaligen Grafschaft Glatz“ zeichnet er sich ebenfalls verantwortlich.
Seit 2002 übt Arne Franke freiberufliche Autorentätigkeiten für diverse Verlage aus.

Seit 2010 ist er außerdem Honorardozent für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Themen: u. a. Architekturgeschichte/Stilkunde) sowie der Freien Universität, Berlin zu den Themen "Schlesische Kulturgeschichte“, "Zisterzienser in Schlesien“, "Kirchenburgen in Siebenbürgen“ und "Kulturlandschaft Zips/Ostslowakei“.

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung der Webseite akzeptieren Sie die Verwendung von Cookies.Mehr InfosOk